Tuesday, March 17, 2009

Patriarchen, Pioniere, Infonauten

Und los geht's:
Rheingold unterscheidet in seinem Buch zwischen den Patriarchen, die mit ihren Ideen den Grundstein für die gesamte behandelte technische Geschichte legten. Darauf folgen, grob chronologisch, die Pioniere, die sich verstärkt dem Aspekt der Mensch-Maschine-Interaktion widmeten. Am Ende schreibt er über die sogenannten Infonauten, die als Beispiel für die Visionäre der Zukunft stehen.
In der Neuauflage von "Tools for Thought" aus dem Jahre 2000 schreibt Rheingold dann im Nachwort noch von seinen eigenen Erfahrungen und in wie weit seine Vermutungen von 1985 sich als richtig erwiesen...oder eben nicht.

Die Patriarchen
Charles Babbage
Charles Babbage
Charles Babbage lebte von 1791 bis 1871 und war englischer Mathematiker, Philosoph und Exzentriker. Er hatte die Idee zu einer so genannten "Difference Engine", eine Maschine, mit der sich mathematische Berechnungen durchführen lassen sollten. Babbage war begeisterter Mathematiker. Zu seiner Zeit, als es noch keine Taschenrechner gab, mussten jedoch Dinge wie Logarithmen noch aus diversen Tabellen abgelesen werden. Und diese mussten vorher erst von Menschenhand ausgerechnet werden. Die Menschen, die eben dieses taten, hießen damals Computers und waren, wie alle Menschen, nicht ganz fehlerfrei. Babbage, der es wohl satt war, alle Logarithmen nachrechnen zu müssen, wollte den Mensch als Fehlerquelle bei mathematischen Berechnungen ausschließen. Zu diesem Zweck plante er eine Maschine zu bauen, die eben diese Berechnungen durchführen kann. Die "Difference Engine".
Selbst verwirklicht hat er sie nur teilweise, da die damalige Technik (Mechanik, Werkstofftechnik etc.) für seine Zwecke noch nicht ausreichte. Nichts desto trotz entwickelte er seine Pläne weiter und machte aus der "Difference Engine" eine "Analytical Engine". Diese war flexibler, weil programmierbar. Zu diesem Zweck sollte sie mit einem Programm in Form von Lochkarten gefüttert werden und dann die entsprechenden Algorithmen ausführen.
Hilfe bei der Programmierung hatte er dabei von der jungen Ada Lady Lovelace, der laut Rheingold ersten Programmiererin der Geschichte. Sie entwickelte so zentrale Konzepte wie Schleifen, Weichen und Sprünge im Programmtext, die Grundlage jeder heutigen Programmiersprache sind. Leider starb sie sehr jung.



George Boole
An dieser Stelle folgt ein kleiner Exkurs zu dem englischen Mathematiker und Logiker George Boole, der von 1815 bis 1864 lebte. Er entwickelte die nach ihm benannte Algebra, mit Hilfe derer logische Berechnungen durchgeführt werden können. Die Boole'sche Algebra besteht aus zwei Elementen 0 und 1 sowie den zwei grundlegenden Operatoren nicht und und. Alle anderen benötigten Operatoren wie oder können aus Kombinationen dieser beiden gewonnen werden.
Die Boole'sche Algebra war zu Zeiten ihrer Veröffentlichung wenig aufsehenerregend und kaum beachtet. Ihre Wertschätzung erhielt sie erst, als man beim Bau der ersten elektrischen Computer eine Möglichkeit suchte, deren Funktionweise berechnen zu können. Da Strom auch nur fließen (entspricht der 1) oder nicht fließen kann (entspricht der 0), hatte man in der Algebra von George Boole eine passende Berechnungsgrundlage gefunden. Das erlebte der gute George allerdings nicht mehr mit.

Alan Turing

Alan Turing
Alan Mathison Turing war englischer Mathematiker und lebte von 1912 bis 1954.
Er arbeitete im 2. Weltkrieg für die englische Regierung als Code-Brecher und entschlüsselte so beispielsweise den Code der deutschen Enigma-Maschine. Durch seine Arbeit konnten deutsche Navigationsnachrichten entschlüsselt und so der U-Boot-Krieg gewonnen werden. Für Rheingold's Buch jedoch wesentlich interessanter ist ein Gedankenexperiment Turings: die Turing-Maschine.
Hierbei handelt es sich um eine imaginäre Maschine, die im Grunde genommen jedes beliebige lösbare Problem lösen kann. Was immer berechnet werden kann, diese Maschine kann es berechnen. Und funktionieren tut das Ganze so:
Die Maschine besteht aus 3 Teilen. Das erste Teil ist ein beidseitig endloses Band. Es ist aufgeteilt in Segmente, welche die Informationen enthalten. Jedes Segment enthät beispielsweise eine 1 oder eine 0.
Das zweite Teil ist der Schreib-/Lesekopf. Dieser kann entweder ein Segment nach links oder rechts fahren und Informationen vom Band lesen und auf das Band schreiben. Der dritte Teil ist das Schaltwerk, das die Zustände der Maschine steuert. Also im Grunde das Programm, das der Maschine sagt, was sie tun soll. Zur Verdeutlichung, hier ein kleines Schema.
Mit dem entsprechenden Programm lässt sich mit dieser Maschine theoretisch jede erdenkliche Rechenoperation durchführen. Damit hat Turing (zumindest auf dem Papier) einen der ersten Computer entwickelt.
1952 wurde er dann eines "Aktes großer Unanständigkeit" für schuldig befunden, weil er ein Verhältnis mit einem Mann hatte. Für einen Homosexuellen im Grunde nichts außergewöhnliches, zur damaligen Zeit allerdings schon. Deshalb wurde er zur Hormon-Therapie gezwungen. 2 Jahre später aß er einen in Cyanid getränkten Apfel und starb.

Wer mal selbst die Funktionsweise einer Turing-Maschine nachempfinden möchte: hier gibt's das Beispiel aus Rheingolds Buch. Am Ende müssen doppelt so viele Xs wie vorher auf dem Band stehen.



John von Neumann


John von Neumann
Der letzte von Rheingolds Patriarchen ist John von Neumann. Er wurde als Janos Neumann 1903 in Ungarn geboren und lebte ab 1933 als John von Neumann in den USA. Dort arbeitete er für das amerikanische Militär am "Manhatten Project" mit, das die Atom-Bombe entwickelte.
Er leistete wichtige Beiträge zur Entwicklung der ersten Computer ENIAC (Electronic Numerical Integrator And Computer) und EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer), die zur Berechnung von Flugbahnen der Artilleriegeschosse verwendet wurden. Grundlegend für den Aufbau vieler Computer in den folgenden Jahren ist die von ihm beschriebene Rechner-Architektur. Laut von Neumann sollte ein Computer modellhaft so aufgebaut sein.
Das heißt, ein Computer besteht idealerweise aus einem Prozessor, einem Speicher und einem Interface für die Kommunikation zwischen Nutzer und Rechner, also einem Ein- und Ausgabeteil. Der Prozessor welchselt dabei immer zwischen zwei Arbeitsschritten. Im ersten liest er aus dem Speicher seine Programmanweisungen. Also was er mit den Daten tun soll. Im zweiten Schritt holt er sich die Daten und wendet seine Programmanweisungen an. Im Idealfall gibt er das dann auch aus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren noch heute unsere Computer.
Nebenbei war von Neumann übrigens auch noch ein nicht unbedeutender Physiker und Ökonom, was jedoch in diesem Zusammenhang nicht weiter von Belang ist. Er starb 1957.











J.C.R. Licklider

Die Pioniere
J.C.R. Licklider
Die Abkürzungen weggelassen, heißt der Mann Joseph Carl Robnett Licklider und lebte von 1915 bis 1990.
Er war amerikanischer Computer-Wissenschaftler und gleichzeitig Visionär, ähnlich wie alle seine Vorgänger in diesem Buch. Er entwickelte Ideen von vernetzten Computern mit intuitiven Nutzer-Oberflächen, mit Hilfe dessen der Mensch den Computer tatsächlich als Werkzeug zum Denken würde benutzen können. Im Jahre 1960 erschien dazu sein Artikel „Man-Computer Symbiosis“ zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Ab 1962 war Licklider Chef von ARPA (Advanced Research Projects Agency), einer gut geförderten Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums. Von dort initiierte er Project MAC, das sich mit der Entwicklung von Time-Sharing-Systemen beschäftigte. Dabei handelt es sich um eine Art Computer-Netzwerk, das es den Nutzern ermöglichen sollte, interaktiv mit einem Computer zu arbeiten. Beim Time-Sharing sind mehrere Nutzer mit einem Mainframe-Rechner verbunden. Jeder arbeitet an seinem eigenen Terminal und teilt sich mit den anderen Nutzern die Rechenpower des Mainframe-Computers. Weil bei vielen Nutzern gleichzeitig die Rechenleistung schonmal an ihre Grenzen stieß, entwickelte sich der Beruf des Programmierers (von Rheingold liebevoll als Hacker bezeichnet, die allerdings nichts mit den heutigen Hackern zu tun hatten) immer mehr zum Nacht-Job. Nachts war der Mainframe-Rechner einfach weniger belastet, und es konnten auch komplexe Programme ausgeführt werden.
Ab 1968 war Licklider dann Leiter von Project MAC.

"Man-Computer Symbiosis" als *.pdf gibt es hier zum Angucken und Behalten: licklider.pdf






Douglas Engelbart

Douglas Engelbart
Ähnlich wie Licklider, so setzte es sich auch der 1925 geborene Doug Engelbart zum Ziel Technologien zu entwickeln, um direkt mit dem Computer kommunizieren zu können. Zu diesem Zweck gründete er ARC, das Augmentation Research Center, wo er mit vielen anderen Forschern an der Umsetzung dieser Ideen arbeitete.
Was dabei heraus kam, stellte er 1968 in der "Mother of all Demos" seinen erstaunten Kollegen vor. Bei dieser Demonstration zeigte er viele damals revolutionäre Ideen und Konzepte, die für uns heute zum Standard gehören und sich nur schwer weg denken lassen. So zum Beispiel eine grafische Oberfläche (Bitmapping) und die Maus. Damals noch aus Holz.
Wer sich davon selbst einen Eindruck verschaffen will: Diese Demonstration wurde damals mitgefilmt, und diesen Film gibt es immer noch unter dieser Adresse.


Die Ur-Holz-Maus sah im Übrigen so aus:

Engelbarts Maus

Alan Kay

Alan Kay
Genau wie seine pionier-haften Vorgänger weiter oben, widmet sich Alan Kay der Architektur und Entwicklung von graphischen Benutzeroberflächen. Geboren wurde er 1940, ab 1970 war er Forscher im Xerox PARC.
Für sein "Dynabook", quasi den Vorläufer des heutigen Laptops, entwickelte er Engelbarts Idee der graphischen Benutzeroberfläche noch weiter (überlappende Fenster) und erfand die erste objekt-orientierte Programmiersprache. Sie heißt Smalltalk. Ihm war dabei wichtig, dass die Bedienung und das Arbeiten am "Dynabook" so intuitiv wie möglich abläuft. Beeinflusst wurde er dabei von Seymour Papert, der eine Programmiersprache für Kinder entwickelte. Sie heißt Logo und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die direkten Auswirkungen seiner Befehle zu sehen. Man programmiert dort nämlich eine "Schildkröte", die Linien zeichnet. Wer sich das nur schlecht vorstellen kann, dem sei der Download einer der zahlreichen Implementationen empfohlen, es macht echt Spaß. Zumindest eine Weile...;)

Mehr über das "Dynabook" vom Entwickler selbst gibt es hier als *.pdf: kay.pdf


Die Infonauten
Ted Nelson
Ted Nelson
Im letzten Abschnitt seines Buches widmet sich Howard Rheingold seinen sogenannten Infonauten. Also Menschen, die auf der Arbeit der Patriarchen und Pioniere aufbauen, mit ihnen aufgewachsen sind, und nun die Entwicklung weiter führen könnten. So erwähnt er zum Beispiel Avron Barr, der sich der Entwicklung von Expertensystemen verschrieben hat. Expertensysteme werden als eine Form künstlicher Intelligenz betrachtet und sollen helfen, Wissen zu speichern und präzise anzuwenden.
Ein anderer Infonaut ist Theodor Holm "Ted" Nelson, Jahrgang 1937. Er entwickelte schon 1963 den Begriff des „Hypertext“ und bastelt seit dem an seinem "Project Xanadu". In "Project Xanadu" sollte im Grunde ein großer Wissens-Pool entstehen, auf den alle Nutzer Zugriff haben und ihn manipulieren und verlinken können, wie sie wollen. Von der heutigen Entwicklung des "Hypertext" ist Mr. Nelson nicht sehr begeistert, wie man auf seiner Projekt-Seite erfahren kann. Auch sonst ist er immer für einen netten Spruch zu haben. Diese One-Liners kann sich der geneigte Leser hier gerne mal zu Gemüte führen. Ich kann es nur empfehlen.
Es bleibt festzuhalten, dass Nelson trotz aller Anstrengungen vielleicht etwas zu "visionär" daher kommt und seine Pläne doch mehr oder weniger im Sande verlaufen. Trotzdem ist sein Hauptanliegen, für normale Leute einen einfachen Zugang zu Computern zu schaffen, ein grundlegender Ansatz und seine Ideen und Äußerungen durchaus nachvollziehbar.
Ein sehr schönes Zitat von ihm dazu lautet: „A user interface should be so simple that a beginner in an emergency can understand it within ten seconds.” Ich finde, Software-Entwickler sollten sich diesen Satz auf ein Kissen sticken...
Und los geht's:
Rheingold unterscheidet in seinem Buch zwischen den Patriarchen, die mit ihren Ideen den Grundstein für die gesamte behandelte technische Geschichte legten. Darauf folgen, grob chronologisch, die Pioniere, die sich verstärkt dem Aspekt der Mensch-Maschine-Interaktion widmeten. Am Ende schreibt er über die sogenannten Infonauten, die als Beispiel für die Visionäre der Zukunft stehen.
In der Neuauflage von "Tools for Thought" aus dem Jahre 2000 schreibt Rheingold dann im Nachwort noch von seinen eigenen Erfahrungen und in wie weit seine Vermutungen von 1985 sich als richtig erwiesen...oder eben nicht.

Die Patriarchen
Charles Babbage
Charles Babbage
Charles Babbage lebte von 1791 bis 1871 und war englischer Mathematiker, Philosoph und Exzentriker. Er hatte die Idee zu einer so genannten "Difference Engine", eine Maschine, mit der sich mathematische Berechnungen durchführen lassen sollten. Babbage war begeisterter Mathematiker. Zu seiner Zeit, als es noch keine Taschenrechner gab, mussten jedoch Dinge wie Logarithmen noch aus diversen Tabellen abgelesen werden. Und diese mussten vorher erst von Menschenhand ausgerechnet werden. Die Menschen, die eben dieses taten, hießen damals Computers und waren, wie alle Menschen, nicht ganz fehlerfrei. Babbage, der es wohl satt war, alle Logarithmen nachrechnen zu müssen, wollte den Mensch als Fehlerquelle bei mathematischen Berechnungen ausschließen. Zu diesem Zweck plante er eine Maschine zu bauen, die eben diese Berechnungen durchführen kann. Die "Difference Engine".
Selbst verwirklicht hat er sie nur teilweise, da die damalige Technik (Mechanik, Werkstofftechnik etc.) für seine Zwecke noch nicht ausreichte. Nichts desto trotz entwickelte er seine Pläne weiter und machte aus der "Difference Engine" eine "Analytical Engine". Diese war flexibler, weil programmierbar. Zu diesem Zweck sollte sie mit einem Programm in Form von Lochkarten gefüttert werden und dann die entsprechenden Algorithmen ausführen.
Hilfe bei der Programmierung hatte er dabei von der jungen Ada Lady Lovelace, der laut Rheingold ersten Programmiererin der Geschichte. Sie entwickelte so zentrale Konzepte wie Schleifen, Weichen und Sprünge im Programmtext, die Grundlage jeder heutigen Programmiersprache sind. Leider starb sie sehr jung.



George Boole
An dieser Stelle folgt ein kleiner Exkurs zu dem englischen Mathematiker und Logiker George Boole, der von 1815 bis 1864 lebte. Er entwickelte die nach ihm benannte Algebra, mit Hilfe derer logische Berechnungen durchgeführt werden können. Die Boole'sche Algebra besteht aus zwei Elementen 0 und 1 sowie den zwei grundlegenden Operatoren nicht und und. Alle anderen benötigten Operatoren wie oder können aus Kombinationen dieser beiden gewonnen werden.
Die Boole'sche Algebra war zu Zeiten ihrer Veröffentlichung wenig aufsehenerregend und kaum beachtet. Ihre Wertschätzung erhielt sie erst, als man beim Bau der ersten elektrischen Computer eine Möglichkeit suchte, deren Funktionweise berechnen zu können. Da Strom auch nur fließen (entspricht der 1) oder nicht fließen kann (entspricht der 0), hatte man in der Algebra von George Boole eine passende Berechnungsgrundlage gefunden. Das erlebte der gute George allerdings nicht mehr mit.

Alan Turing

Alan Turing
Alan Mathison Turing war englischer Mathematiker und lebte von 1912 bis 1954.
Er arbeitete im 2. Weltkrieg für die englische Regierung als Code-Brecher und entschlüsselte so beispielsweise den Code der deutschen Enigma-Maschine. Durch seine Arbeit konnten deutsche Navigationsnachrichten entschlüsselt und so der U-Boot-Krieg gewonnen werden. Für Rheingold's Buch jedoch wesentlich interessanter ist ein Gedankenexperiment Turings: die Turing-Maschine.
Hierbei handelt es sich um eine imaginäre Maschine, die im Grunde genommen jedes beliebige lösbare Problem lösen kann. Was immer berechnet werden kann, diese Maschine kann es berechnen. Und funktionieren tut das Ganze so:
Die Maschine besteht aus 3 Teilen. Das erste Teil ist ein beidseitig endloses Band. Es ist aufgeteilt in Segmente, welche die Informationen enthalten. Jedes Segment enthät beispielsweise eine 1 oder eine 0.
Das zweite Teil ist der Schreib-/Lesekopf. Dieser kann entweder ein Segment nach links oder rechts fahren und Informationen vom Band lesen und auf das Band schreiben. Der dritte Teil ist das Schaltwerk, das die Zustände der Maschine steuert. Also im Grunde das Programm, das der Maschine sagt, was sie tun soll. Zur Verdeutlichung, hier ein kleines Schema.
Mit dem entsprechenden Programm lässt sich mit dieser Maschine theoretisch jede erdenkliche Rechenoperation durchführen. Damit hat Turing (zumindest auf dem Papier) einen der ersten Computer entwickelt.
1952 wurde er dann eines "Aktes großer Unanständigkeit" für schuldig befunden, weil er ein Verhältnis mit einem Mann hatte. Für einen Homosexuellen im Grunde nichts außergewöhnliches, zur damaligen Zeit allerdings schon. Deshalb wurde er zur Hormon-Therapie gezwungen. 2 Jahre später aß er einen in Cyanid getränkten Apfel und starb.

Wer mal selbst die Funktionsweise einer Turing-Maschine nachempfinden möchte: hier gibt's das Beispiel aus Rheingolds Buch. Am Ende müssen doppelt so viele Xs wie vorher auf dem Band stehen.



John von Neumann


John von Neumann
Der letzte von Rheingolds Patriarchen ist John von Neumann. Er wurde als Janos Neumann 1903 in Ungarn geboren und lebte ab 1933 als John von Neumann in den USA. Dort arbeitete er für das amerikanische Militär am "Manhatten Project" mit, das die Atom-Bombe entwickelte.
Er leistete wichtige Beiträge zur Entwicklung der ersten Computer ENIAC (Electronic Numerical Integrator And Computer) und EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer), die zur Berechnung von Flugbahnen der Artilleriegeschosse verwendet wurden. Grundlegend für den Aufbau vieler Computer in den folgenden Jahren ist die von ihm beschriebene Rechner-Architektur. Laut von Neumann sollte ein Computer modellhaft so aufgebaut sein.
Das heißt, ein Computer besteht idealerweise aus einem Prozessor, einem Speicher und einem Interface für die Kommunikation zwischen Nutzer und Rechner, also einem Ein- und Ausgabeteil. Der Prozessor welchselt dabei immer zwischen zwei Arbeitsschritten. Im ersten liest er aus dem Speicher seine Programmanweisungen. Also was er mit den Daten tun soll. Im zweiten Schritt holt er sich die Daten und wendet seine Programmanweisungen an. Im Idealfall gibt er das dann auch aus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren noch heute unsere Computer.
Nebenbei war von Neumann übrigens auch noch ein nicht unbedeutender Physiker und Ökonom, was jedoch in diesem Zusammenhang nicht weiter von Belang ist. Er starb 1957.











J.C.R. Licklider

Die Pioniere
J.C.R. Licklider
Die Abkürzungen weggelassen, heißt der Mann Joseph Carl Robnett Licklider und lebte von 1915 bis 1990.
Er war amerikanischer Computer-Wissenschaftler und gleichzeitig Visionär, ähnlich wie alle seine Vorgänger in diesem Buch. Er entwickelte Ideen von vernetzten Computern mit intuitiven Nutzer-Oberflächen, mit Hilfe dessen der Mensch den Computer tatsächlich als Werkzeug zum Denken würde benutzen können. Im Jahre 1960 erschien dazu sein Artikel „Man-Computer Symbiosis“ zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Ab 1962 war Licklider Chef von ARPA (Advanced Research Projects Agency), einer gut geförderten Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums. Von dort initiierte er Project MAC, das sich mit der Entwicklung von Time-Sharing-Systemen beschäftigte. Dabei handelt es sich um eine Art Computer-Netzwerk, das es den Nutzern ermöglichen sollte, interaktiv mit einem Computer zu arbeiten. Beim Time-Sharing sind mehrere Nutzer mit einem Mainframe-Rechner verbunden. Jeder arbeitet an seinem eigenen Terminal und teilt sich mit den anderen Nutzern die Rechenpower des Mainframe-Computers. Weil bei vielen Nutzern gleichzeitig die Rechenleistung schonmal an ihre Grenzen stieß, entwickelte sich der Beruf des Programmierers (von Rheingold liebevoll als Hacker bezeichnet, die allerdings nichts mit den heutigen Hackern zu tun hatten) immer mehr zum Nacht-Job. Nachts war der Mainframe-Rechner einfach weniger belastet, und es konnten auch komplexe Programme ausgeführt werden.
Ab 1968 war Licklider dann Leiter von Project MAC.

"Man-Computer Symbiosis" als *.pdf gibt es hier zum Angucken und Behalten: licklider.pdf






Douglas Engelbart

Douglas Engelbart
Ähnlich wie Licklider, so setzte es sich auch der 1925 geborene Doug Engelbart zum Ziel Technologien zu entwickeln, um direkt mit dem Computer kommunizieren zu können. Zu diesem Zweck gründete er ARC, das Augmentation Research Center, wo er mit vielen anderen Forschern an der Umsetzung dieser Ideen arbeitete.
Was dabei heraus kam, stellte er 1968 in der "Mother of all Demos" seinen erstaunten Kollegen vor. Bei dieser Demonstration zeigte er viele damals revolutionäre Ideen und Konzepte, die für uns heute zum Standard gehören und sich nur schwer weg denken lassen. So zum Beispiel eine grafische Oberfläche (Bitmapping) und die Maus. Damals noch aus Holz.
Wer sich davon selbst einen Eindruck verschaffen will: Diese Demonstration wurde damals mitgefilmt, und diesen Film gibt es immer noch unter dieser Adresse.


Die Ur-Holz-Maus sah im Übrigen so aus:

Engelbarts Maus

Alan Kay

Alan Kay
Genau wie seine pionier-haften Vorgänger weiter oben, widmet sich Alan Kay der Architektur und Entwicklung von graphischen Benutzeroberflächen. Geboren wurde er 1940, ab 1970 war er Forscher im Xerox PARC.
Für sein "Dynabook", quasi den Vorläufer des heutigen Laptops, entwickelte er Engelbarts Idee der graphischen Benutzeroberfläche noch weiter (überlappende Fenster) und erfand die erste objekt-orientierte Programmiersprache. Sie heißt Smalltalk. Ihm war dabei wichtig, dass die Bedienung und das Arbeiten am "Dynabook" so intuitiv wie möglich abläuft. Beeinflusst wurde er dabei von Seymour Papert, der eine Programmiersprache für Kinder entwickelte. Sie heißt Logo und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die direkten Auswirkungen seiner Befehle zu sehen. Man programmiert dort nämlich eine "Schildkröte", die Linien zeichnet. Wer sich das nur schlecht vorstellen kann, dem sei der Download einer der zahlreichen Implementationen empfohlen, es macht echt Spaß. Zumindest eine Weile...;)

Mehr über das "Dynabook" vom Entwickler selbst gibt es hier als *.pdf: kay.pdf


Die Infonauten
Ted Nelson
Ted Nelson
Im letzten Abschnitt seines Buches widmet sich Howard Rheingold seinen sogenannten Infonauten. Also Menschen, die auf der Arbeit der Patriarchen und Pioniere aufbauen, mit ihnen aufgewachsen sind, und nun die Entwicklung weiter führen könnten. So erwähnt er zum Beispiel Avron Barr, der sich der Entwicklung von Expertensystemen verschrieben hat. Expertensysteme werden als eine Form künstlicher Intelligenz betrachtet und sollen helfen, Wissen zu speichern und präzise anzuwenden.
Ein anderer Infonaut ist Theodor Holm "Ted" Nelson, Jahrgang 1937. Er entwickelte schon 1963 den Begriff des „Hypertext“ und bastelt seit dem an seinem "Project Xanadu". In "Project Xanadu" sollte im Grunde ein großer Wissens-Pool entstehen, auf den alle Nutzer Zugriff haben und ihn manipulieren und verlinken können, wie sie wollen. Von der heutigen Entwicklung des "Hypertext" ist Mr. Nelson nicht sehr begeistert, wie man auf seiner Projekt-Seite erfahren kann. Auch sonst ist er immer für einen netten Spruch zu haben. Diese One-Liners kann sich der geneigte Leser hier gerne mal zu Gemüte führen. Ich kann es nur empfehlen.
Es bleibt festzuhalten, dass Nelson trotz aller Anstrengungen vielleicht etwas zu "visionär" daher kommt und seine Pläne doch mehr oder weniger im Sande verlaufen. Trotzdem ist sein Hauptanliegen, für normale Leute einen einfachen Zugang zu Computern zu schaffen, ein grundlegender Ansatz und seine Ideen und Äußerungen durchaus nachvollziehbar.
Ein sehr schönes Zitat von ihm dazu lautet: „A user interface should be so simple that a beginner in an emergency can understand it within ten seconds.” Ich finde, Software-Entwickler sollten sich diesen Satz auf ein Kissen sticken...

Tools For Thought

Tools For Thought by Howard Rheingold
April, 2000: a revised edition of Tools for Thought is available from MIT Press, including a revised chapter with 1999 interviews of Doug Engelbart, Bob Taylor, Alan Kay, Brenda Laurel, and Avron Barr.

Tools for Thought is an exercise in retrospective futurism; that is, I wrote it in the early 1980s, attempting to look at what the mid 1990s would be like. My odyssey started when I discovered Xerox PARC and Doug Engelbart and realized that all the journalists who had descended upon Silicon Valley were missing the real story. Yes, the tales of teenagers inventing new industries in their garages were good stories. But the idea of the personal computer did not spring full-blown from the mind of Steve Jobs. Indeed, the idea that people could use computers to amplify thought and communication, as tools for intellectual work and social activity, was not an invention of the mainstream computer industry nor orthodox computer science, nor even homebrew computerists. If it wasn't for people like J.C.R. Licklider, Doug Engelbart, Bob Taylor, Alan Kay, it wouldn't have happened. But their work was rooted in older, equally eccentric, equally visionary, work, so I went back to piece together how Boole and Babbage and Turing and von Neumann -- especially von Neumann - created the foundations that the later toolbuilders stood upon to create the future we live in today. You can't understand where mind-amplifying technology is going unless you understand where it came from.

Chapter One: The Computer Revolution Hasn't Happened Yet
Chapter Two: The First Programmer Was a Lady
Chapter Three: The First Hacker and his Imaginary Machine
Chapter Four: Johnny Builds Bombs and Johnny Builds Brains
Chapter Five: Ex-Prodigies and Antiaircraft Guns
Chapter Six: Inside Information
Chapter Seven: Machines to Think With
Chapter Eight: Witness to History: The Mascot of Project Mac
Chapter Nine: The Loneliness of a Long-Distance Thinker
Chapter Ten: The New Old Boys from the ARPAnet
Chapter Eleven: The Birth of the Fantasy Amplifier
Chapter Twelve: Brenda and the Future Squad
Chapter Thirteen: Knowledge Engineers and Epistemological Entrepreneurs
Chapter Fourteen: Xanadu, Network Culture, and Beyond
Footnotes

Dedicated To Nathan Rheingold,
who gave me the most important thing a man can ever give his son: an example.
This book would not have been conceived and could not have been written without the generous and patient assistance of many people. My heartfelt thanks to Rita Aero, Avron Barr, John Brockman, Donald Day, Robert Eckhardt, Doug Engelbart, Brenda Lauel, Howard Levine, Judith Maas, Geraldine Rheingold, Alan Rinzler, Charles Silver, Marshall Smith, Bob Taylor, David Rodman, and Gloria Warner. And thanks to Alan Turner, who originally prepared my words for web publication.

Monday, March 16, 2009

VW's China JV to buy partner's unit for $73m

VW's China JV to buy partner's unit for $73m
(Agencies)
Updated: 2009-03-16 18:38

Volkswagen AG's car making venture in north China has agreed to take over a subsidiary from its partner FAW Group for 502.35 million yuan ($73.46 million), an FAW spokesman said on Monday.

Related readings:
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Volkswagen's 'strategy 2018' drives sustainable future
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Volkswagen says China sales up 12.5% in 2008

FAW group, which makes Volkswagen and Audi cars in a tie-up with the top European automaker, had put up its subsidiary in the western city of Chengdu for sale at the Tianjin Property Rights Exchange last month.

But the spokesman with the Chinese auto group told reporters the two sides had already reached a deal before the public auction but needed to go through official procedure as required by regulators.

FAW's Chengdu unit made a net profit of 354.66 million yuan in 2008, data on the property exchange's website showed. No capacity information was provided.

Volkswagen, which competes with General Motors Corp, Toyota Motor Corp in China and globally, sold 1.02 million vehicles on Chinese mainland, Hong Kong and Macao in 2008, up 12.5 percent from a year earlier.

The automaker said last month that it planned to double its vehicle sales in the Greater China area by 2018 and add four models each year during the period.

Volkswagen also has a car manufacturing venture with SAIC Motor Corp, China's biggest automaker.

China to purchase 350km/h high-speed trains for 39.2b yuan

China to purchase 350km/h high-speed trains for 39.2b yuan
(Xinhua)
Updated: 2009-03-16 22:54

BEIJING - China's Ministry of Railways (MOR) signed a deal with state-owned vehicle producer CNR Corporation Limited (CNR) here Monday to purchase 100 high-speed CRH trains for 39.2 billion yuan (US$5.74 billion).

CRH, an abbreviation for China Railway High-speed, refers to trains with speeds above 200 km per hour. With a designed speed of 350km/h, the new CRH trains will travel between Beijing and Shanghai in 2011, when the construction of the 1318-km, high-speed railway between the capital city and the country's financial hub is expected to complete.

Related readings:
CRH buys 26% of Jilin Yatai's cement operation
CRH sleeper trains debut in Shanghai

"The contract does not include any foreign parties, as Chinese companies possess core technologies for the high-speed trains and have complete intellectual rights over the 350km/h CRH type," said Zhang Shuguang, director of the transport department under the MOR.

The MOR had introduced railway technologies from Japan, France, Germany and Canada in the development and production of the 200km/h CRH trains already in operation at present.

According to the agreement between the ministry and CNR, all 100 trains will be self-developed and manufactured under the CNR group. Tangshan Railway Vehicle Co. and Changchun Railway Vehicle Co., two CNR subsidiaries, will be in charge of the production of 60 sets and 40 sets, respectively.

Zhang said China would see "large purchases" of CRH trains in the coming years upon the completion of more passenger railway lines across the country.

The MOR has planned to spend 500 billion yuan to buy trains over the next four years.

"The purchases will provide strong support for related industries," Zhang said.

The manufacturing of a CRH train requires nearly 100,000 parts from a wide range of industries such as mechanics, metallurgy, electrics, chemical, and materials.

"We will buy more CRH trains this year as a move to help stimulate domestic demand," said Zhang without giving further details on the purchasing plan.


Saturday, March 14, 2009

Sustainablility


**footnote:Thanks to Denise and co. for lunch!

Friday, March 13, 2009

Why immigration is good for America's business

Entrepeneurialism and immigration

Let them in

Mar 13th 2009
From Economist.com

Why immigration is good for America's business


FOR all its current economic woes, America remains a beacon of entrepreneurialism. Between 1996 and 2004 an average of 550,000 small businesses were created every month. One factor is a fairly open immigration policy. Vivek Wadhwa of Duke University notes that 52% of Silicon Valley start-ups were founded by immigrants, up from around a quarter ten years ago. But since 2001 the threat of terrorism and rising xenophobia has made immigration harder. Today more than 1m people are waiting to be granted legal status as permanent residents. Yet only 85,000 visas a year are allocated to the sort of skilled workers that might go on to found sucessful businesses of their own.

Illustration by Nick Dewar

Making the Shift: Top Five Reasons to Move from an MES to MOM

Making the Shift: Top Five Reasons to Move from an MES to MOM

MOM is a new alternative to managing and improving factory operations and execution in real time -- one that is entirely focused around the specific actions that deliver improved profitability.

When manufacturing execution system (MES) applications became popular in CPG plants and factories around the globe, manufacturing executives thought they were getting systems that would help them monitor the equipment and production on the factory floor.

For most, that's exactly what an MES delivered. However, because few executives failed to challenge the assumption that an MES would also translate to improved profitability, these applications failed to deliver what consumer packaged goods (CPG) companies actually needed.

A recent AMR Research survey of 100 CPG and food/beverage manufacturers revealed that although the use of an MES often leads to tactical operational gains through improved data measurement and collection, it has failed to make a significant impact on operational efficiency, overall profitability and executives' confidence in the accuracy of their plant KPIs -- a lack of confidence that continues to hamper decision making and performance improvement.

As global capital markets remain constrained and consumers continue to trade down to the value end of the product mix, CPG executives are increasingly looking at the plant network as a primary source of margin protection across their product mix. Through this process, many are finding that MES applications simply cannot provide answers to critical questions like "What actions on the production lines will generate savings" "What SKUs can we relocate?" or "How do we reduce changeover times?"

As a result, a growing number of manufacturers have been making a shift from MES applications to manufacturing operations management (MOM). MOM is a new alternative to managing and improving factory operations and execution in real time -- one that is entirely focused around the specific actions that deliver improved profitability.

Let's take a look at the top five reasons companies continue to head in this new direction.

#1: MOM Goes Far Beyond Mere Data Collection and Business Processes Automation

A byproduct of the "if you can't measure it, you can't fix it" era, MES applications have been deployed under the assumption that when you have more data, you can uncover and capitalize on more improvement opportunities.

But what many executives are now realizing is that an MES, although an excellent tool for data collection from machinery, does not in any way improve a process or fix an inefficiency problem. It simply automates the collection of the data related to the problem -- or in other words, it reveals the result of the problem's existence.

Simply collecting data does not create a framework where the workforce can take immediate action to resolve the problem or to improve the outcome. A manufacturer already knows when there are problems; an MES simply helps them recognize this faster. It does not actually help solve the problem.

Proponents of MES applications point to examples of specific improvements in the performance of a specific piece of equipment or a specific line. But what is often left out of the story is the real, material impact such measures have had on increased production, lower cost per case or the output of the factory as a whole -- factors that have now become critical for margin protection.

Many CPG manufacturers now realize that they already possess the assembled internal knowledge to solve these problems. What they lack is a framework to apply that knowledge for tangible and repeatable business improvement. That's where MOM comes in.

#2: MOM Helps CPG Companies Process and Act on Metrics

Instead of first collecting massive amounts of data in order to further analyze what operators and supervisors already know MOM approaches the issue from the opposite end.

MOM rightly assumes that plant workers and management already have the collective experience and intelligence to know the best ways to improve their own performance, as long as they also have access to some straightforward and structured tools and techniques. MOM builds these proven best practices and real-time capabilities directly into the software, thereby providing workers with the tools and framework they need to take appropriate and timely action.

MOM systems enable this timely action by providing constant visual communication to operators and supervisors of performance trends and targets. They also enable productive short-interval control meetings where metrics such as OEE, uptime and yield are evaluated and acted upon. And they remove the traditional paper-based reporting system that only serves to overwhelm the shop floor workers.

Just as important, MOM systems can provide this functionality pre-packaged to fit a specific industry sector. This prevents the manufacturer from having to research, design, build and then "pilot" the application to make it work for their specific situation.

#3: In Plant Performance, MES Has No Statistical Impact

Another interesting finding from the AMR survey was that companies surveyed that had implemented MES applications still faced the same operational challenges as those that had no MES in place.

In fact, companies using MES applications had not seen a significant impact on their ability to identify unused capacity, cut labor costs or effectively diagnose operational or in-plant problems -- factors that directly drive productivity, profitability and responsiveness.

Although using an MES clearly has an advantage for automating business processes and data capture, the survey results revealed that employing an MES does not, by itself, prompt the kind of action that drives improvement.

#4: MOM Employs a Feedback Loop That Makes Action Unavoidable on the Shop Floor

Instead of collecting massive amounts of data that are difficult to communicate and digest and that yield minimal practical feedback to the shop floor, MOM provides operators with a means to help solve problems on their line as they are actually running it.

The reason is simple: MOM recognizes that there is little value in knowing after the fact that you lost an hour of production that could have been avoided. Instead of dwelling on what can't be fixed, MOM empowers the workforce to avoid such losses before they happen. For instance, when workers can self-monitor and respond faster, what would have been a wasted hour is now a 10-minute loss, which means that more product can be produced with little management intervention.

Easy-to-use touch screens allow operators to add key intelligence, such as root causes for stoppages and rejects, all in real time. They help ensure that changeovers are performed on time, by setting expectations and tracking actual changeover time. And they provide a fast and accurate means for the shop floor to report hidden defects and downtime as they occur.

Manufacturers using MOM have found that when problems are suddenly visible and within workers' immediate sphere of influence, the workers can't help but take immediate action to solve them. In essence, action becomes "unavoidable."

#5: MOM Considers the Whole Plant Picture

Finally, unlike MES applications, which focus strictly on plant and equipment measures, MOM looks at the whole plant picture, including the impact of the human factor on overall financial performance.

How important is the people factor? A recent study carried out by CDC Software on more than 100 food and beverage plants and more than 700 production lines revealed that only 18% of improvement opportunities were plant and equipment-related.

Yet 81% of the opportunities revolved around instituting or improving basic people-related issues and processes -- practices such as disciplined day-to-day review points, strict adherence to procedures and appropriate basic skills training -- all of which MOM helps facilitate by providing a simple, highly-visible real-time framework.

Tough Times Call for a Different Approach

As economic conditions continue to deteriorate, CPG companies must find opportunities not only to preserve and uncover profits, but to do so without major capital expenditures. To accomplish this, they must begin to migrate away from meaningless data capture and go back to the basics of running efficient plants.

MOM is a critical step to achieving this vision. For hundreds of CPG manufacturers worldwide, MOM provides the framework to avert small losses as they happen, manage runs more efficiently, instill confidence in the information being gathered and enable workers at every level to act decisively and positively on that information.

Mark Sutcliffe is the president of CDC Factory, a division of CDC Software --- an enterprise software company. www.cdcsoftware.com.

Das Internet wird 20

Das Internet wird 20

Am Anfang wollte keiner etwas davon wissen

Von Holger Schmidt

Tim Berners-Lee in jüngeren Jahren: 1994 an seinem Arbeitsplatz am Genfer Cer...

Tim Berners-Lee in jüngeren Jahren: 1994 an seinem Arbeitsplatz am Genfer Cern, der Großforschungseinrichtung für Teilchenphysik

13. März 2009 Eigentlich hat der Brite Tim Berners-Lee im Jahr 1989 nur eine Technik entwickeln wollen, um die Zusammenarbeit der Forscher des Großforschungsinstituts für Teilchenphysik (Cern) in Genf zu verbessern. Sein Projektantrag "Informationsmanagement: Ein Vorschlag", eingereicht am 13. März 1989, sollte sich dann aber als Grundstein des Internet entpuppen und das Kommunikations- und Informationsverhalten von einer Milliarde Menschen grundlegend verändern. Sein damaliger Vorgesetzter Mike Sendall ahnte vielleicht, dass eine großartige Idee auf seinem Schreibtisch lag, aber sicher war er sich nicht. "Vage, aber aufregend" schrieb Sendall auf den Projektantrag, in dessen Zentrum der "Hypertext" stand, der Informationen in einem Netz durch logische Verbindungen miteinander verknüpft.

Das System war gedacht, damit die Mitarbeiter am Cern auf die Forschungsergebnisse ihrer Kollegen in aller Welt zugreifen konnten. Berners-Lee lieferte auch gleich die Programmiersprache für Internetseiten mit, die auch heute noch geltende "Hypertext Markup Language" (HTML), sowie das Instrument für den Datentransfer, das "Hypertext Transfer Protocol", dessen Abkürzung "HTTP" ebenfalls bis heute als Synonym für die Datenübertragung im Internet steht.

Zunächst wollte niemand etwas davon wissen

Die Queen und der Erfinder: Elisabeth II. schüttelt dem Internet-Veteranen Si...

Die Queen und der Erfinder: Elisabeth II. schüttelt dem Internet-Veteranen Sir Tim Berners-Lee die Hand

Aber wie so oft bei bahnbrechenden Erfindungen wollte zunächst niemand etwas davon wissen. Erst 1991 richteten die ersten Universitäten Netzwerkrechner ein, um auf der Basis von Berners-Lees Ideen ihre Forschungsergebnisse auszutauschen. Das Internet wäre vielleicht nie aus der Forscherecke herausgekommen, hätte nicht der amerikanische Student Marc Andreessen 1993 am National Center for Supercomputing Application den ersten Browser namens Mosaic erfunden. Der Browser zeigte Internetseiten mit Grafiken an, so dass auch Nichttechniker in der Lage waren, mit einem einfachen Klick auf einen Hyperlink zur gewünschten Seite zu gelangen.

Das war der Durchbruch. Andreessen gründete das Unternehmen Netscape, und dessen Browser Navigator wurde zum Tor ins Internet, durch das Millionen Menschen strömten. Die Online-Dienste AOL und Compuserve öffneten ihre geschlossenen Online-Dienste ins Internet, und in Deutschland wurde aus dem Bildschirmtext der Telekom schließlich T-Online. E-Mail und der Zugang zum World Wide Web standen offen. Zwar mit meist langsamen Modems, aber immerhin.

Die Faszination der weltumspannenden Kommunikation und der plötzlich kinderleichten Informationsbeschaffung elektrisierte immer mehr Menschen. Mitte der neunziger Jahre bevölkerte sich das World Wide Web. Im Juli 1995 brachte Jeff Bezos das Internet-Kaufhaus Amazon online. und im September desselben Jahres wurde der Internet-Marktplatz Ebay von Pierre Omidyar gegründet. 1995 ist auch das Geburtsjahr von Yahoo, deren Gründer Jerry Yang und David Filo einfach die steigende Zahl der Internetseiten in Kategorien einordneten, damit die Nutzer den Überblick behalten konnten.

Einer gehörte sicher nicht zu den Internet-Visionären: Bill Gates

Zu den Internet-Visionären gehörte damals aber einer ganz sicher nicht: Bill Gates, der Gründer von Microsoft, unterschätzte das Internet kolossal. Er versuchte seine Nutzer im geschlossenen Dienst MSN zu halten. Zum Glück für Andreessen, denn sein Netscape Navigator verbreitete sich rasant, und dem ersten erfolgreichen Börsengang eines Internetunternehmens stand nichts mehr im Wege. Erst Jahre später sollte Gates die Bedeutung des Netzes erkennen und mit seinem Browser Internet Explorer die Verfolgung des Pioniers Andreessen aufnehmen.

1999 erfasste die Begeisterung für das Internet die Börse, um sie schon im Jahr 2000 wieder zu verlassen. Die Internet-Blase an der Börse war geplatzt, doch im Rückblick war die Phase nur eine Delle auf dem stürmischen Wachstumspfad des Datennetzes. Die Nutzerzahl stieg unvermindert an, und spätestens 2004 kehrte die Begeisterung auch an die Börse zurück. Die Suchmaschine Google legte ein sensationelles Börsendebut hin und machte das Internet auch auf dem Börsenparkett wieder salonfähig. Google hatte neben Amazon und Ebay das dritte große Geschäftsmodell gefunden, nämlich die Online-Werbung exakt an den Wünschen der Nutzer auszurichten. Das Modell, kleine Werbetexte (mit Hyperlinks) in maximal 0,5 Sekunden einzublenden, die Antworten auf den gerade eingetippten Suchbegriff liefern, hat Google im vergangenen Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar Umsatz gebracht.

www-Erfinder Berners-Lee erhält 2004 den “Millennium Technology Prize“

www-Erfinder Berners-Lee erhält 2004 den "Millennium Technology Prize"

Wofür andere Branchen Jahrzehnte brauchen, vollzieht sich im Internet im Zeitraffer: Umwälzende Techniken wie Breitbandverbindungen oder mobile Geräte wie das iPhone lassen das Leben weiter im Netz pulsieren. Bald werden alle Telefongespräche über das Internet geführt; auch das Fernsehen verlagert sich mehr und mehr ins Netz.

Offenheit als der große neue Trend im Netz

Nach den Pionieren sind nun Unternehmen wie Facebook oder Twitter die neuen Stars im Web 2.0, das für viele das wahre Internet darstellt. Denn nun kommunizieren Millionen Menschen über das Netz miteinander. Der große Trend ist zurzeit die Offenheit: Internet-Unternehmen öffnen ihre Software. Millionen Entwickler entwickeln Zusatzprogramme oder bauen mit der frei verfügbaren Software eigene Internetseiten. Selbst Zeitungen wie die "New York Times" oder der britische "Guardian" öffnen sich, damit sich ihre Inhalte über das Netz verbreiten.

Diesen NeXT-Computer nutzte Berners-Lee im Jahr 1990. Es handelte sich um das...

Diesen NeXT-Computer nutzte Berners-Lee im Jahr 1990. Es handelte sich um das erste Gerät, das als Webserver und Netz-Browser fungierte

Und Berners-Lee? Nun, er ist heute Sir Tim Berners-Lee, mit vielen Orden dekoriert, arbeitet er heute an der dritten Generation des Netzes, dem semantischen Internet. Das soll die Inhalte wirklich verstehen und wissen, ob man auf einer Bank sitzt oder sein Geld dort anlegt. Nach dem Grundstein kann Berners-Lee damit die nächste Internet-Revolution auslösen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, dpa, REUTERS

Mapping a City's Rhythm

Friday, March 13, 2009

Mapping a City's Rhythm

A phone application reveals San Francisco hot spots and will soon show where certain "tribes" gather.

By Kate Greene

Outside vibe: Citysense is a downloadable application for the iPhone and BlackBerry. It provides a heat map of GPS activity in a major city. Here, San Francisco is shown with red patches that indicate higher activity. The application has also identified the user’s location (a solid yellow dot) and suggests popular destinations (yellow circles).
Credit: Sense Networks
MULTIMEDIA
video Animations showing how the technology works.

the course of any day, people congregate around different parts of a city. In the morning hours, workers commute downtown, while at lunchtime and in the evening, people disperse to eateries and bars.

While this sort of behavior is common knowledge, it hasn't been visible to the average person. Sense Networks, a startup based in New York, is now trying to bring this side of a city to life. Using cell-phone and taxi GPS data, the startup's software produces a heat map that shows activity at hot spots across a city. Currently, the service, called Citysense, only works in San Francisco, but it will launch in New York in the next few months.

On Wednesday, at the O'Reilly Emerging Technologies conference in San Jose, CA, Tony Jebara, chief scientist for Sense Networks and a professor at Columbia University, detailed plans of a forthcoming update to Citysense that shows not only where people are gathering in real time, but where people with similar behavioral patterns--students, tourists, or businesspeople, for instance--are congregating. A user downloads Citysense to her phone to view the map and can choose whether or not to allow the application to track her own location.

The idea, says Jebara, is that a person could travel to a new city, launch Citysense on her phone, and instantly get a feel for which neighborhoods she might want to spend the evening visiting. This information could also help her filter restaurant or bar suggestions from online recommendation services like Yelp. Equally important, from the company's business perspective, advertisers would have a better idea of where and when to advertise to certain groups of people.

Citysense, which has access to four million GPS sensors, currently offers simple statistics about a city, says Jebara. It shows, for instance, whether the overall activity in the city is above or below normal (Sense Networks' GPS data indicates that activity in San Francisco is down 34 percent since October) or whether a particular part of town has more or less activity than usual. But the next version of the software, due out in a couple of months, will help users dig more deeply into this data. It will reveal the movement of people with certain behavior patterns.

"It's like Facebook, but without the self-reporting," Jebara says, meaning that a user doesn't need to actively update her profile. "We want an honest social network where you're connected to someone because you colocate."

In other words, if you live in San Francisco and go to Starbucks at 4 P.M. a couple of times a week, you probably have some similarities with someone in New York who also visits Starbucks at around the same time. Knowing where a person in New York goes to dinner on a Friday night could help a visitor to the city make a better restaurant choice, Jebara says.

As smart phones with GPS sensors become more popular, companies and researchers have clamored to make sense of all the data that this can reveal. Sense Networks is a part of a research trend known as reality mining, pioneered by Alex Pentland of MIT, who is a cofounder of Sense Networks. Another example of reality mining is a research project at Intel that uses cell phones to determine whether a person is the hub of a social network or at the periphery, based on her tone of voice and the amount of time she talks.

Jebara is aware that the idea of tracking people's movements makes some people uncomfortable, but he insists that the data used is stripped of all identifying information. In addition, anyone who uses Citysense must first agree to let the system log her position. A user can also, at any time, delete her data from the Sense Networks database, Jebara says.

Part of Sense Networks' business plan involves providing GPS data about city activity to advertisers, Jebara says. But again, this does not mean revealing an individual's whereabouts--just where certain types of people congregate and when. For instance, Sense Networks' data-analysis algorithms may show that a particular demographic heads to bars downtown between 6 and 9 P.M. on weekdays. Advertisers could then tailor ads on a billboard screen to that specific crowd.

So far, Jebara says, Sense Networks has categorized 20 types, or "tribes," of people in cities, including "young and edgy," "business traveler," "weekend mole," and "homebody." These tribes are determined using three types of data: a person's "flow," or movements around a city; publicly available data concerning the company addresses in a city; and demographic data collected by the U.S. Census Bureau. If a person spends the evening in a certain neighborhood, it's more likely that she lives in that neighborhood and shares some of its demographic traits.

By analyzing these types of data, engineers at Sense Networks can determine the probability that a user will visit a certain type of location, like a coffee shop, at any time. Within a couple of weeks, says Jebara, the matrix provides a reliable probability of the type of place--not the exact place or location--that a person will be at any given hour in a week. The probability is constantly updated, but in general, says Jebara, most people's behavior does not vary dramatically from day to day.

Sense Networks is exploring what GPS data can reveal about behavior, says Eric Paulos, a professor of computer science at Carnegie Mellon. "It's interesting to see things like this, [something] that was just research a few years ago, coming to the market," he adds. Paulos says it will be important to make sure that people are aware of what data is being used and how, but he predicts that more and more companies are going to find ways to make use of the digital bread crumbs we leave behind. "It's going to happen," he says.

Thursday, March 12, 2009

Dead-cat bounce?

CFO optimism index

Dead-cat bounce?

Mar 11th 2009
From Economist.com

Chief financial officers around the world are a bit less gloomy


GLIMMER of recovery or a dead-cat bounce? Confidence in economic prospects has picked up slightly among chief financial officers around the world—although pessimists still far outnumber optimists. This is according to the latest quarterly poll of over 1,000 CFOs, conducted in late February by Duke University in America, Tilburg University in the Netherlands and CFO, a sister publication toThe Economist. But whereas finance chiefs may be marginally less dour than in previous quarters, they are continuing to slash earnings forecasts and are speeding up plans for layoffs and spending cuts. Most CFOs in America, Europe and Asia expect to freeze hiring and wages over the next 12 months.

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